Erläuterungen zur Homogenität

Die Homogenität ist ein neuer technischer Indikator der Technischen Analyse. Der Indikator beschreibt, wie stark die Aktien eines Marktes sich gleich oder ungleich verhalten.

Einleitung

Homogenität zeigt, wie stark die der Gleichlauf aller Aktien eines Aktienmarktes ist. Bei hoher Homogenität bewegen sich die Wertpapiere eines Marktes in die gleiche Richtung. Bei ausgesprochen hoher Homogenität liegen sogar gleiche Verlaufsmuster (Chartformationen) vor. Laufen die Aktien eines Marktes in unterschiedliche Richtungen, ist der Markt inhomogen.

Dieser technische Indikator beschreibt also nicht den Verlauf einer Aktie. Die Homogenität reiht sich in die Liste von Marktstrukturindikatoren ein. Murphy (1999) spricht von Aktienmarkt-Indikatoren. Die bekanntesten Marktstrukturindikatoren sind Advance-Decline-Linie, McClellan-Oszillator, New Highs, New Los und Marktbreite.

Die folgenden Charts veranschaulichen (unter der Annahme, dass ein Markt nur aus drei Aktien bestehen würde) den Unterschiede zwischen einem homogenen und einem inhomogenen Markt.

homogener Markt ausgeglichener Kursverlauf inhomogener Kursverlauf
    homogener Markt      ausgeglichen     inhomogener Markt

Verlaufen alle Aktien eines Aktienmarktes genau gleich (Abb. 1), ist der Markt homogen. In einem inhomogenen Markt (Abb. 3) verlaufen alle Aktien unterschiedlich. Eine Aktie steigt, die nächste fällt und die dritte Aktie bewegt sich seitwärts.

Die Berechnung des Indikators

Mathematisch formuliert gibt die Homogenität an, wie hoch die einzelnen Aktien im Durchschnitt miteinander korrelieren. Um die Homogenität zu berechnen, werden alle Aktien eines Index miteinander korreliert. So ergibt sich eine Vielzahl an Korrelationskoeffizienten, deren Durchschnitt die Homogenität dieses Finanzmarkts  beschreibt. Der Mittelwert aller Aktien-Korrelationen wird Interkorrelationsmatrix genannt und ist die Homogenität an einem bestimmten Tag.

Damit wäre jedoch nur die Homogenität für einen Tag vorhanden. Berechnet man jedoch die Homogenität für jeden Handelstag neu (bei End-of-Day-Daten), erhält man eine Zeitreihe, die als Indikator genutzt werden kann. Diese Vorgehensweise ist analog der Berechnung eines einfachen gleitenden Durchschnitts oder jedes anderen technischen Indikators. Damit ist es auch möglich, die Homogenität als kurzfristigen Indikator (bspw. 14 Tage) zu berechnen oder auch als mittel- oder langfristigen Indikator (bspw. 90 Tage, 150 Tage).

Varianten der Homogenität

Die Homogenität berechne ich auf zwei verschiedene Varianten. Beide Berechnungen haben ihre Vorteile.

  1. Berechnung über die Korrelationen der Aktien, Kürzel: H (Kor)
  2. Berechnung über die Kovarianz der Aktien, Kürzel: H (Kov)

Momentan wird hier nur die Homogenität, welche aufgrund der Korrelation berechnet wird, aktualisiert.

Berechnungsgrundlage

Berechnungsgrundlage sind tägliche Schlusskurse (EOD) aller Aktien und Indizes. Dies gilt für die vorgelegte Arbeit und die auf dieser Seite gepflegten technischen Indikatoren der Homogenität. Zunächst werde die täglichen Kursveränderungen in Prozent umgerechnet (Rate of Chance in Prozent,  ROC%), um den Einfluss absoluter Werte herauszufiltern. Danach erfolgt die tägliche Berechnung der Interkorrelationen.

Aus ökonomischen Gründen wurden nur Zeitreihen verwendet, die von der aktuell bestehenden Indexzusammen­setzung ausgehen.

Vertiefende Informationen

Dieser Artikel ist eine kurze Zusammenfassung der vorgelegten Forschungsarbeit im Jahr 2019. Die vollständige Arbeit und ein 20 Minütiger Vortrag finden Sie auf den Seiten des VTAD unter dem Begriff Weiterbildung >> Unterpunkt: Forschungsarbeiten. Dort finden sich u.a. Auswertungen, die weiter zurückgehen sowie auf dem Indikator der Homogenität entwickelte Handelssysteme. Gerne beantworte ich auch Fragen in den Kommentaren.

 

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